Mondphasenholz

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Mondphasenholz

Seit vielen hunderten von Jahren glauben die Menschen, dass der Mond großen Einfluss auf viele Faktoren der Natur und des Menschen ausübt. Er steuert Ebbe und Flut, er soll unser Schlafverhalten und Bewusstsein sowie Stimmung von Mensch und Tier beeinflussen und überlieferte Bauernregeln raten bei Pflanzung, Ernte und Gartenpflege auf Mondphasen zu achten. So sollen bei abnehmendem Mond gepflanzte Kartoffeln üppige Ernten versprechen. Naheliegend, dass man auch im Forstbereich begann auf den Mond zu achten. Das Ergebnis: Mondphasenholz oder Mondholz. Was genau dahinter steckt und was man wirklich darauf geben kann, wollen wir in diesem Blogeintrag erörtern.

 

Was ist Mondphasenholz?

Ähnlich wie bei den Kartoffeln wird auch dem Mondholz oder Mondphasenholz nachgesagt, „bessere Ernte“ bei bestimmten Mondphasen aufzuweisen. Hier handelt es sich allerdings nicht um den Setzungszeitpunkt, sondern viel mehr die Einschlagszeit. Es gibt zahlreiche Regeln und Ansätze. Manche Verfechter der Mondholztheorie behaupten, dass bei Neumond gefälltes Holz zum Beispiel gutes Bauholz abgibt. Diesem Mondphasenholz wird nachgesagt, dass es trocken, hart und resistent gegen Fäulnis, Pilzbefall oder Wettereinflüsse sei. Mondholz-Weihnachtsbäume sollen außerdem weniger nadeln. Holz, das im Oktober und November bei Neumond im Zeichen der Waage gefällt wurde, eignet sich besonders für den Holzkaminbau, da es weniger abbrennt. Für den Bau von Pfahlgründungen im Wasser, für Bade- und Schiffsstege beispielsweise, hingegen, sollte bei zunehmendem Mond im Sommer geschlagen werden. Manche gehen soweit, dem „Vollwertholz“, wie es auch genannt wird, heilende und beruhigende Kräfte zuzuschreiben, wenn es in Möbeln verbaut wurde.

 

 

Wie wird Mondphasenholz hergestellt?

Um wirkungsvolles Mondholz herzustellen, ist jedoch der richtige Einschlagszeitpunkt und eine schonende anschließende Verarbeitung nötig. Zur Produktion von Mondphasenholz gibt es mehrere Herangehensweisen und Theorien. In einer heißt es beispielsweise, dass zwischen Ende Oktober und Anfang Januar die biologische Aktivität des Baumes reduziert sei. Damit ist gemeint, dass weniger Saft durch den Baum gepumpt wird. Zu dieser Zeit soll der „Schock“ für den Baum weniger groß sein und in der letzten Phase des abnehmenden Monds könne eine schonende Fällung vollzogen werden. Anschließend werden nicht wie normalerweise die Äste direkt nach dem Fällen abgesägt und der Stamm zerkleinert. Die Stämme für die Mondholzproduktion ruhen vier Wochen mit der Krone bergab am Boden, bevor sie verarbeitet werden. So kann das Wasser im Holz in Nadeln und Blätter fließen und das Holz natürlich trocknen. Durch dieses schonende Verfahren reißt das Holz weniger schnell und ist feuchteresistenter.

 

 

Was ist wirklich dran?

Mondphasenholz ist stark umstritten, da viele Studien keinen Unterschied zwischen Mondholz und herkömmlich geschlagenen Holz feststellen konnten. Dennoch wird ein bis zu doppelt so hoher Preis für Mondphasenholz verlangt. Verfechter dieser Theorie berufen sich auf Erfahrungswerte, überlieferte Regeln und logische Erklärungen.

Eine Erklärung besagt zum Beispiel, dass der Mond den Saftstrom im Baum, ähnlich wie Ebbe und Flut, beeinflusst. Bei tiefstehendem Mond im Winter sollen absteigende Saftströme überwiegen; der Baum steht geringer im Saft und kann daher schneller ohne Risse trocknen und sein Holz soll folglich weniger schwinden.

Kritiker entgegnen, dass weniger der Einschlagszeitpunkt, mehr die anschließende Verarbeitung und Sorgfalt für die Qualität des Holzes ausschlagend ist. Ute Seeling des Kuratoriums für Waldarbeit und Forsttechnik in Groß-Umstadt am Rande des Odenwalds führte eine Untersuchung zum Unterschied zwischen Mondholz und herkömmlich gefälltem Holz durch. Es konnte kein Effekt beim am Mond orientierten Fällen festgestellt werden. Die TU Dresden kam nach mehreren Vergleichsstudien zum selben Ergebnis.

Ob man der Mondholztheorie Glauben schenken mag oder nicht, bleibt jedem selbst überlassen. Wir von SocialForest finden die Idee interessant. Mal sehen, ob wir es schaffen, dieses Jahr selbst einmal Mondholz zu schlagen, um uns selbst ein Bild davon zu machen. Wir halten euch auf jeden Fall auf dem Laufenden!

 

 

Quellen

http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/hessen/mondholz-baeume-sollen-bei-abnehmendem-mond-fallen-1621387.html

www.waldverein.at/…/waldverein/user_upload/Pdfs/Mondbroschuere.pdf

https://web.archive.org/web/20120131211807/http://www.khries.de/index.php/component/content/article/39-fachwissen/86-mondholz

http://www.zimmerei-hackl.at/ueber-uns/mondphasenholz/

 

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