Interview mit Oriol Saludes Cortés – Über seine Erfahrung mit SocialForest, das Unternehmen und was er während seiner Ausbildung bei uns gelernt hat

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Im November mussten wir uns von einem unserer #Socialforester verabschieden. Damals nachdem Oriol seinen Universitätsabschluss der Umweltwissenschaften an der Universitat Autònoma de Barcelona abgeschlossen hatte, nahm er, weil er keine Arbeit fand, am Garantía Juvenil Programm der Cambra de Comerç de Terrassa teil. Durch einen Ausbildungskurs im Bereich Forst, der Teil dieses Programmes war, kam er zum ersten Mal in Kontakt mit SocialForest. Nach der Ausbildung blieb er als Forstarbeiter und Gruppenleiter im Unternehmen und entwickelte sich schnell zu einem sehr wertvollen Mitarbeiter. Nach sechs Monaten entschied er sich sein Studium fortzuführen, weshalb er SocialForest im November vorerst verlassen hat.

Wir haben mit ihm über seine Erfahrungen mit SocialForest in Katalonien und Deutschland, seine Ausbildung mit uns, über seine Wünsche sowie Zukunftspläne und die Firma gesprochen.

 

Oriol und Carlos bei ihrer Abschiedfeier am 25. November.

Oriol und Carlos bei ihrer Abschiedfeier am 25. November.

Oriol, als du SocialForest während dem praktischen Teil der dualen Ausbildung kennengelernt hast, was war der erste Eindruck, den das Unternehmen für dich erweckte? Gab es etwas, das dich an der Firma oder der Forstarbeit im Allgemeinen überrascht hat?

Für mich war SocialForest eine Firma, die, wie es mir schien, zwei sehr ungleiche Welten miteinander verband: einerseits die die soziale Integration von arbeitslosen Jugendlichen und andererseits die Welt der Forstwirtschaft und der Arbeit im Wald. Ich konnte überhaupt nicht nachvollziehen, wie man ohne praktische Erfahrung in diesem Bereich anfangen kann zu arbeiten. Nach der kurzen Ausbildung und Einarbeitung, die wir von SocialForest erhielten, hat sich diese Ansicht schnell gewandelt. Ich war überrascht wie kurz die Eingewöhnungsphase war. Bereits nach kurzer Zeit haben wir uns gut ausgekannt und an die Arbeit im Wald gewohnt. Natürlich handelt es sich um eine sehr harte Arbeit, besonders während der ersten Tage, aber man eignet sich schnell neue Fähigkeiten an und lernt die forstwirtschaftlichen Konzepte zu verstehen. Dies war dank der Hilfe der Gruppenleiter und des Betreuerteams möglich.

 

Was hat dir an der Ausbildung am besten gefallen und was sind die wichtigsten Dinge, die du während dieser Zeit bei SocialForest gelernt hast?

Wirklich gut gefallen hat mir der erste Kontakt mit einer Motorsäge. Das Beste war als wir begannen, damit Äste zu schneiden und Bäume zu fällen. Am Anfang viel es uns natürlich schwer, aber mit der Zeit wurde man immer sicherer. Es war toll endlich die gelernte Theorie in die Praxis umzusetzen.

Was aber vor allem auch hilfreich war, war danach die getane Arbeit zu evaluieren. Dazu schauten wir uns die gefällten Bäume mit unseren Ausbildern noch einmal an und analysierten, was wir gut und schlecht gemacht haben. Mit diesem direkten Feedback konnte man seine Fehler erkennen und seine Technik schnell verbessern.

Außerdem hab ich viel für über Mitarbeiterorganisation, Teamarbeit und über den Wald und die Arbeit mit ihm gelernt. Es war auch interessant zu lernen, wie in anderen Ländern, wie zum Beispiel Deutschland, Forstarbeit betrieben wird.

 

Oriol mit dem SocialForest-Gründer Joachim Englert während der Ausbildung.

Oriol mit dem SocialForest-Gründer Joachim Englert während der Ausbildung.

Wieso hast du dich entscheiden nach der Ausbildung in der Firma weiter zu arbeiten?

Joachim hat an mich geglaubt und mich nach ein paar Monaten, nachdem die Ausbildung vorüber war, angerufen, um mir einen Job bei SocialForest anzubieten. Wer kann eine solche Chance abschlagen? Immerhin ist das genau die Arbeit, die mir gefällt und in der ich mich weiterentwickeln will.

 

Was hat dir die Arbeit bei SocialForest gebracht?

Ich habe mich in einigen Aspekten enorm weiterentwickelt. Zum Beispiel habe ich gelernt, unerwartete Probleme während der Waldarbeit zu lösen, aber auch erfahren wie es ist im Ausland zu leben und aus meiner Komfortzone herauszutreten. Man muss aus seinen täglichen Gewohnheiten ausbrechen und sich für neues Öffnen. Das war eine bereichernde Erfahrung.

 

Du hast schon mehrmals die Arbeit in Deutschland mit SocialForest erwähnt. Wie war diese Erfahrung für dich?

Es war eine unglaubliche berufliche Erfahrung, die ich sehr schätze. Wir haben in Deutschland sowohl leichte als auch anspruchsvollere Arbeiten durchgeführt. Während der Woche haben wir besonders hart gearbeitet, aber an den Wochenenden hatten wir Freizeit, sodass wir Land, Leute und Kultur kennenlernen konnten. Die Organisation während dieser Zeit war etwas kompliziert, weil wir die Anweisungen und Instruktionen aus Katalonien bekommen haben und zusätzlich ein paar Probleme mit den Maschinen aufgetreten sind. Am Ende konnte aber alles gelöst werden und wir waren danach besonders stolz auf die Arbeit, die wir dort verrichtet haben und diese Herausforderung gemeistert zu haben.

 

Was hast du dort gelernt?

Ich habe gelernt mit meinen Arbeitskollegen zusammenzuleben, was mir aber nicht schwer fiel. Außerdem habe ich sehr von der Zusammenarbeit mit Ihrig Forst-Service profitiert, da ich viele neue Arbeitstechniken von dessen Mitarbeitern lernen konnte. Highlights waren aber auch die Wertästung, die wir in bis zu 10 Meter Höhe durchgeführt haben, die Jungbestandspflege und das Fällen von plagenbefallenen Bäumen.

 

Oriol bei der Wertästung in Alemania.

Oriol bei der Wertästung in Deutschland

Hat die Zeit bei SocialForest in irgendeiner Weise deine Lebenseinstellung oder Zukunftspläne beeinflusst?

Ja ich habe begriffen, dass sich tägliche Mühe und Anstrengung auszahlt. Endlich verstehe ich die Redewendung „Arbeit adelt“. Für meine Zukunft wurde ich in meinen Plänen, in der Forstwirtschaft zu arbeiten, bekräftigt. Ich möchte aber auch nicht ausschließen weiter zu studieren, um mein Wissen in diesem Bereich zu erweitern.

 

Danke Oriol, gibt es noch eine Sache, die du über deine Zeit bei SocialForest oder das Unternehmen im Allgemeinen sagen möchtest?

Die sechs Monate bei SocialForest waren eine äußerst positive und lohnenswerte Erfahrung. Mir wurde nach dem Studium das erste Mal die Möglichkeit zu arbeiten angeboten, was überaus wichtig ist, wo heutzutage Arbeitserfahrung immer schwieriger zu erreichen ist. Außerdem gefiel mit vor allem die freundschaftliche und enge Beziehung zwischen den Arbeitskollegen und den Chefs, was die Arbeitsleistung enorm gesteigert hat.

 

Wir bedanken uns herzlich bei Oriol für seine gute Arbeit und sein Engagement während der sechs Monate in unserem Unternehmen. Wir wünschen ihm, dass sein Studium so verläuft, wie er es sich wünscht und er eine großartige Karriere in der Forstwirtschaft hinlegt. Vielleicht kreuzen sich ja unsere Wege noch einmal in der Zukunft; SocialForest hätte zumindest überhaupt nichts dagegen.

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