Wertästung zur Qualitätssteigerung von Holz durch SocialForest

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Dieses Jahr haben unsere #SocialForesters bereits einige Monate in Deutschland gearbeitet, wo sie unter anderen Forstdienstleistungen auch eine Wertästung durchgeführt haben. Worum es sich bei dieser speziellen Arbeit handelt, wollen wir euch in diesem Blogeintrag erklären.

 

SocialForest_Wertästung

Wertästung in 10 Meter Höhe – ein echter Nervenkitzel

Was ist Wertästung?

Das Konzept der Wertästung hat zum Ziel, sehr hochwertiges, astfreies Holz zu produzieren. Da zwei der wichtigsten Kriterien zur Preisfestsetzung von Holz die Stammdicke und Astfreiheit sind, wird eine rechtzeitige Behandlung von sogenannten Zukunftsbäumen in Form einer Ästung empfohlen. (Um was es sich bei Zukunfts- oder Z-Bäumen handelt, wird später im Artikel noch zum Thema.)

Man unterscheidet bei der Ästung generell zwischen zwei Klassen: Grünästung und Trockenästung. Die Trockenästung, bei der bereits abgestorbene Äste abgeschnitten werden, kann das ganze Jahr über vorgenommen werden, während die Grünästung mit viel Vorsicht durchzuführen ist. Da dabei lebende Äste geschnitten werden, muss vor allem während der Vegetationszeit besonders auf die sensible Baumrinde geachtet werden, um Verletzungen und Schäden am Baum zu vermeiden. Daher wird eine Grünästung vor allem in den späten Wintermonaten oder während des Sommers empfohlen. Während dieser Jahreszeiten sind die Bäume in der Lage, die Schnittwunden mit Harz zu schließen und werden damit nicht langfristig beschädigt.

 

Wie wird eine Wertästung durchgeführt?

Während es viele Ästungstechniken gibt, ist man sich allgemeinhin einig, dass nur dünne Äste mit einem sehr scharfen Werkzeug  direkt an der Rinde abgeschnitten werden sollen. Es dürfen keine Stummel oder Astreste verbleiben. Das ist wichtig, damit der Baum die Stelle mit Harz verschließen und somit das Risiko von Fäulnis verhindern kann.

Die abgeschnittenen Äste dürfen nicht dicker als 3cm Durchmesser sein. Außerdem muss beachtet werden, dass die Baumkrone nach der Ästung noch immer 40-50% der gesamten Baumhöhe ausmachen muss. Man darf also nur Äste bis ca. zur Hälfte der Baumhöhe entfernen. So kann eine Wasserreiserbildung vermieden werden. Aus eben diesem Grund sollte der ausgewählte Baum auch von Konkurrenz freigestellt werden.

Ausschlaggebend bei jeder Wertästung ist jedoch auch eine genaue, sorgfältige und vorsichtige Planung wie Ausführung.

 

Welche Bäume werden wertgeästet?

Theoretisch lässt sich jeder Baum wertästen. Bei einigen Baumarten ist es jedoch sinnvoller als bei anderen. Bei Qualitätsbäumen, die schnell wachsen und einen großen Anteil an astfreiem Holz haben, ist diese forstwirtschaftliche Maßnahme besonders lohnenswert. Baumbestände, die von Risikofaktoren wie Sturm, Schnee oder Rotfäule bedroht sind, sollten besser nicht wertgeästet werden.

Wurde ein Bestand als ästungswürdig eingestuft, können theoretisch alle Bäume geästet werden. Man teilt jedoch aus wirtschaftlichen Gründen die Bäume in drei Klassen ein:

  • Z-Bäume oder Zukunftsbäume: Das sind diejenigen Bäume, die den meisten Profit versprechen. Diese Bäume werden bevorzugt und daher auch wertgeästet.
  • Bäume, die die Z-Bäume bedrohen, werden nicht wertgeästet. Diese werden zurückgeschnitten, um den Z-Bäumen Platz zu machen.
  • Indifferente Bäume, werden weder wertgeästet noch anderweitig bearbeitet. Diese Bäume stellen kein Risiko für die Z-Bäume dar.

 

Ästungshöhen

Es gibt drei verschiedene Höhen, auf denen eine Wertästung vorgenommen werden kann: 2,5 Meter, 5 Meter und 10 Meter. In welcher Höhe geästet wird, hängt von einigen Faktoren ab. Vor allem aber nimmt die Baumhöhe einen entscheidenden Einfluss. Hat ein Baum fünf bis sechs Meter Höhe erreicht, darf dieser – der 40-50% Regel folgend – nur bis auf 2,5 Meter geästet werden. Bis auf 5 Meter kann ein Baum geästet werden, sobald er eine Höhe von mindestens 12 Meter zählt. Eine Wertästung bis auf 10 Meter Höhe darf nur bei Bäumen höher als 20 Meter durchgeführt werden. Dies wird normalerweise bei Douglasien oder bei sehr produktiven Nadelbäumen gemacht.

Werden Laubbäume wertgeästet, sollte man im Hinterkopf behalten, dass der Baum nur bis auf eine Höhe von 25% der erwarteten Endhöhe beschnitten werden sollte. Allerdings lässt sich bei diesen der Ästungsdurchgang in relativ kurzen Zeitintervallen wiederholen.

 

SocialForest_Wertästung

Unser SocialForester führt eine Wertästung in 10 Meter Höhe durch

Arbeitssicherheit bei der Wertästung

Sowohl für die Bäume, aber auch für unsere Socialforesters ist es von enormer Bedeutung, dass einige Sicherheitsregeln beachtet werden. Der Arbeitsplatz bei der Wertästung muss in jedem Fall ordentlich und freigeräumt sein. Unsere Forstarbeiter bei Social Forest dürfen außerdem nur sichere Werkzeuge und Maschinen verwenden, die sie zu bedienen wissen. Hände, Füße, Kopf und Augen müssen mit professioneller Ausstattung geschützt werden. Da die Arbeit in großer Höhe auf Leitern, sehr gefährlich sein kann, tragen die Socialforester leichte, eng anliegende Kleidung, die ein Hängenbleiben vermeiden soll. Außerdem sind festes Schuhwerk, Sicherheitsgurte und Seile unverzichtbare Teile des Equipments.

Wo abgeschnittene Äste herunterfallen, dürfen sich keine Personen aufhalten und natürlich kann eine Wertästung nur unter sicheren Bedingungen durchgeführt werden. Einflussfaktoren, die stimmen müssen sind: Wetter, Werkzeuge und die Verfassung des jeweiligen Forstarbeiters. Nur so kann eine sichere und erfolgreiche Wertästung gelingen.

 

SocialForest_Wertästung

Unser SocialForester während er mit einem Leitersystem auf die gewünschte Ästungshöhe gelangt

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